Gesundheitsbewusstsein

Es ist schön, wenn ABC-Schützen eine Fremdsprache lernen, aber noch besser wäre es, wenn sie früh lernten, Verantwortung für ihre Körper zu übernehmen. Schon Kindergartenkinder und Grundschüler sollten genauer wissen, was gut für ihren Organismus ist.

Mechthild Dyckmans: „Bunte Botschaften gegen den Alkoholmissbrauch“

Sie übernehmen 2013 zum vierten Mal die Schirmherrschaft für den Plakatwettbewerb „bunt statt blau“ der DAK-Gesundheit. Warum unterstützen Sie die Kampagne?

Dyckmans: Kinder und Jugendliche trinken in Deutschland leider immer noch zu oft und zu viel Alkohol. Um hier präventiv, also vorbeugend, tätig zu werden, brauchen wir Kampagnen, die die gefährdeten Kinder und Jugendlichen auch tatsächlich ansprechen. Wo könnte dies besser geschehen als in der Schule, und wer könnte die Aussagen besser rüberbringen als die Jugendlichen selbst.„Bunt statt blau“ hat mit dem Wettbewerb einen Weg gefunden, der es den Schulen ermöglicht, das Thema „Rauschtrinken“ nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern auf kreative Weise anzusprechen.

Was kann und was muss dagegen getan werden?

Dyckmans: Der Trend zum Rauschtrinken muss durch stärkere Präventionsanstrengungen, einen konsequenten Jugendschutz und eine größere Beachtung des Themas in der Öffentlichkeit umgekehrt werden. Hier setzt die Kampagne der DAK-Gesundheit an. Mit dem Wettbewerb „bunt statt blau“ gelingt es vorbildlich, ein Zeichen gegen das Rauschtrinken von Jugendlichen zu setzen.

Was kann mit Hilfe von Bildern und Plakaten erreicht werden?

Dyckmans: Der Wettbewerb erreicht jedes Jahr eine immer größere Zahl von Jugendlichen und bewegt sie dazu, sich kritisch mit diesem wichtigen Thema auseinanderzusetzen. Es ist wichtig, dass im Schulunterricht über den verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol gesprochen wird. Ich finde es beeindruckend, welche Qualität die Plakate der jungen Künstler haben und welche klaren Botschaften sie gegen den Alkoholmissbrauch vermitteln. Sie zeigen sowohl die Risiken, als auch Auswege und Alternativen auf.

Reicht das aus?

Dyckmans: Die Kampagne „bunt statt blau“ transportiert das Thema Rauschtrinken mit begleitender Pressearbeit sehr erfolgreich in alle Regionen Deutschlands. Inzwischen unterstützt ein breites Netzwerk von Landes- und Lokalpolitikern, Suchtexperten, Künstlern und Sportlern die Aktion - eine gute Voraussetzung, dass Alkoholprävention erfolgreich

ist. Besonders wichtig ist aber auch, dass die Regelungen zum Jugendschutz auf allen Ebenen konsequent eingehalten werden und die Eltern mit einbezogen werden. Hier sind alle Beteiligten in der Verantwortung.

Was können Freunde, Eltern und Lehrkräfte tun?

Dyckmans: Eltern müssen Grenzen setzen, müssen mit ihren Kindern über die Gefahren des Rauschtrinkens sprechen. Sie müssen aber auch selbst durch ihr maßvolles Trinkverhalten ein gutes Vorbild für ihre Kinder sein. Gute Freunde fordern nicht zum Rauschtrinken auf. Sie kümmern sich schnell um Hilfe, wenn der Freund oder die Freundin zu viel getrunken hat. Lehrkräfte sollten das Thema nicht nur im Unterricht ansprechen. Es sollte in der Schule auch die klare Regel gelten, dass bei keiner Gelegenheit Alkohol getrunken wird, auch nicht von den Lehrern.

Tigerkids - Kindergarten aktiv

Ein kleiner schlauer Tiger gehört zum täglichen Ritual von unzähligen Kindern in deutschen Kindertagesstätten: Die flauschige Handpuppe der Erzieherin begutachtet spielerisch das von den Kindern mitgebrachte Frühstück, erklärt ihnen, warum dunkles Brot sie stärker macht als Toastbrot und warum Obst und Gemüse mehr Kraft geben als süßer Kram. Der Tiger kennt auch lustige Bewegungsspiele und animiert zum gemeinsamen Sport und zum Tiger-Song. Der geht so: "Sportlich, lässig, das ist hip, alle Tiger machen mit. Gesundes Essen ist der Hit, Bewegung hält uns fit".

TigerKids
Für das von der gemeinnützigen Stiftung Kindergesundheit entwickelte und von der "AOK - die Gesundheitskasse" getragene Programm TigerKids wurden über 20.000 Erzieherinnen und Erzieher geschult. Wie erfolgreich das Projekt inzwischen ist, zeigen eindrucksvoll die aktuellen Zahlen, die kürzlich im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz von Dr. Marcel Huber, Bayerischen Staatsminister für Umwelt und Gesundheit, Hubertus Räde, stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes der AOK Bayern und Professor Dr. Berthold Koletzko vom Dr. von Haunersches Kinderspital der LMU München vorgestellt wurden: Heute nehmen bundesweit bereits 5.502 Kindertagesstätten am Projekt teil und es werden mittlerweile über 300.000 Kinder und deren Familien in das Programm einbezogen.

Eine neue Dimension der Gesundheitsförderung
Professor Dr. Berthold Koletzko, Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit berichtete: "Unser Projekt‚ Tigerkids - Kindergarten aktiv’ ist seit sechs Jahren bundesweit im Einsatz. Mittlerweile ist das kleine Pflänzchen zu einem starken Baum geworden. TigerKids erreicht heute fast alle Vorschulkinder aus allen Bevölkerungsgruppen und sozialen Schichten. Das Projekt gewinnt dadurch im Vergleich zu anderen Initiativen eine neue Dimension: Es wird erstmals über regionale oder landesspezifische Einzelprojekte hinaus versucht, wesentliche Verbesserungen der Gesundheitsförderung in deutschen KiTas in der Breite zu etablieren".

Auch im AWO-Kinderhaus "Spatzennest" in Eglharting (Landkreis Ebersberg in Bayern) ist der kleine Tiger fleißig an der Arbeit. Gabriele Friesinger, Leiterin der Kindertagesstätte berichtet aus eigener Anschauung: "Wir beteiligen uns aktiv am TigerKids-Projekt seit November 2009 und haben damit sehr positive Erfahrungen gemacht. Die Kinder erlernen dabei spielerisch das richtige Ernährungsverhalten und entdecken die Vielfalt alltäglicher gesunder Lebensmittel. Daneben wird ein Bewegungsprogramm durchgeführt, das die Ausdauer und Koordination der Kinder fördert und ihnen Spaß an Bewegung vermittelt. Zu Beginn des Kindergartenjahres arbeiten wir sechs bis acht Wochen mit der "kleinen Lok, die alles weiß". Mit diesem Kernelement lernen die Kinder, welche Lebensmittel "gute" und "weniger gute" Lebensmittel sind".

Gemüse, Obst, Getreide
Ein Beispiel für das Lernen im Spiel: In einem Holzzug, gezogen von der "kleinen Lok, die alles weiß", füllen Kinder sieben Waggons nach und nach mit Lebensmitteln und Getränken. Die Kinder sollen die Waggons in der richtigen Reihenfolge mit Lebensmitteln beladen. Zuerst kommen Gemüse, Obst und Getreideprodukte (z. B. Brot und Müsli), dann Getränke (z.B. Wasser, ungesüßter Tee, Fruchtsaftschorlen), Milch- und Käseprodukte sowie Eier und Fisch, Fette/Öle (z.B. Bratwürstchen, Fleisch), zuletzt Süßigkeiten. So lernen die kleinen TigerKids die Lebensmittelgruppen einer ausgewogenen Ernährung kennen.

http://www.kindergesundheit.de/fileadmin/kindergesundheit/newsletter/newsletter-12-2012.pdf